Sie sind hier: Der Berg Kastri
Zurück zu: Sehenswürdigkeiten
Allgemein:
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Haftungsausschluss
Abbildung: Insel Samos - Pythagorion - Kloster Spiliani
Die alte Stadt Pythagorion (früher Tigani) bietet eine Fülle von Sehenswürdigkeiten und ist mit Abstand der Ort auf der Insel Samos, wo es die meisten Schätze der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende zu sehen gibt. Rechts auf dem Foto sehen Sie das römische Theater vor dem Hintergrund des Berges Kastri aus dem 1. Jahrhundert vor Chr., in dem noch heute in den Sommermonaten klassische griechische Theaterdramen aufgeführt werden.
Abbildung: Berg Kastri - Theater am Berghang
Es handelt sich hier um ein bedeutendes Werk aus der Zeit des Polykrates, bei dessen Besichtigung man noch heute die Leistung der Männer aus Megara bewundert, die diesen Tunnel gegraben haben. Aufgabe des Tunnel war es, Wasser in die Hauptstadt der Insel zu schaffen. Aus historischen Berichten weiß man, daß die Grabungen für den Tunnel von beiden Seiten des Berges Kastri gleichzeitig begonnen wurden, mit dem Ziel, sich in der Mitte des Berges zu treffen, was auch mit einer geringen Abweichung gelang, obwohl nur einfache Meßinstrumente zur Verfügung standen.
Abbildung: Berg Kastri - Tunnel des Eupalinius -
Übrigens: Den Eingang der anderen Seite vermutet man in der Nähe des Klosters Agia Triada (zwischen Mitylini und Chora), wahrscheinlich durch Erdbeben und Erdrutsche verschüttet. Der Tunnel ist durch einen ziemlich schmalen Eingang (Treppe) zu erreichen und wird nach den ersten 60 Metern breiter. Auf der rechten Seite innerhalb des Tunnels kann man die durch starke Eisengitter abgesicherte Wasserrinne sehen- etwa in einer Tiefe von 3,50 m. Vermutlich wurde zuerst der obere Teil des Schachtes gebaut und später dann der Graben, der die Wasserführung beinhaltet. Das Klima im Tunnel ist überwiegend feucht und je weiter man ins Innere vordringt, desto kühler wird es (bei Außentemperaturen von 36 Grad im Monat Juli!). Übrigens: Der amerikanische Dokumentationskanal "History Channel" hat im Februar 2006 mit einem Filmteam vor Ort einen Bericht über den Tunnel des Eupalinius erarbeitet!
Abbildung: Berg Kastri - Tunnel des Eupalinius -
Man kann ca. 300 Meter durch den Tunnel gehen bis dann die Absperrung erreicht wird. Dahinter ist zwar immer noch kein Ende zu sehen aber es ist wahrscheinlich zu gefährlich für die Besucher, da durch einen plötzlichen Erdrutsch ein Teil des Stollens einstürzen könnte. Die griechische Antikenverwaltung hat es durch umfangreiche Baumaßnahmen in den letzten Jahren möglich gemacht, den Tunnel in all seiner Pracht zu erweitern und abzusichern. So kann dieses technische Wunderwerk der Antike auch heute noch besichtigt werden. Vom schön gestalteten Eingangsbereich hat man einen weiten Ausblick über die Ebene von Chora bis nach Ireon.
Abbildung: Berg Kastri - Tunnel des Eupalinius -
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag von 09.00 - 12.00 Uhr und von 15.00 - 17.00 Uhr, Montags geschlossen, Eintritt 3,50 €. Auf dem Rückweg bietet sich ein kleiner Abstecher zum antiken Theater an, in dem heute noch während der Sommermonate gespielt wird oder das für Konzerte genutzt wird. Vom einstigen schönen Amphitheater sind nur noch Teile der alten Sitzreihen erhalten.
Abbildung: Berg Kastri - Eupaliniustunnel - Eingangsbereich
Ungefähr einen Kilometer von Pythagorion entfernt auf einem Hügel des Berges Kastri liegt das Kloster der Mutter Gottes, Spiliani. Diese Besichtigung kann mit einem Besuch des Tunnels und des antiken Theaters kombiniert werden. Für Urlauber, die nicht in Pythagorion wohnen: parken Sie ihren Wagen in Pythagorion und gehen Sie die Hauptstraße in Richtung Samos leicht bergauf zurück. Nach 450 Metern auf der linken Seite zweigt ein Weg ab, der mit dem Hinweis "Efpalinios Tunnel" beschildert ist. Sie können natürlich auch mit dem Wagen oder Motorrad dorthin kommen....!
Abbildung: Berg Kastri - Kloster Spiliani - Höhlenkapelle
Nach weiteren 1500 Metern sehen Sie das auf einer Anhöhe liegende kleine Kloster der Mutter Gottes, Spiliani. Gehen Sie bergauf - der Weg geradeaus führt zum Tunnel und zum Theater - und treten in den Vorhof des Klosters ein. Zur Rechten können Sie eine kleine Kapelle besichtigen und geradeaus weiter sehen Sie schon den Höhleneingang. In füheren Zeiten lebten hier Mönche, die ihre Zellen in Nischen außerhalb der Höhle hatten. In der tiefen Grotte befindet sich eine Kapelle der Mutter Gottes. Bitte beachten Sie, dass beim Besuch von Klöstern und Kirchen die Knie und Schultern bedeckt sein müssen - direkt am Eingang in der Nähe des kleinen Kiosk gibt es Umhänge auszuleihen!
Von der Terasse des Klosters hat man einen wunderschönen Ausblick auf Pythagorion und den Hafen.
Abbildung: Berg Kastri - Kloster Spiliani -
Interessant ist auch ein Besuch der Burg des Logothetis in Pythagorion. Das Areal, auf dem heute das Kastell und die Kirche Metarmorphosis stehen, war vermutlich bereits 3000 v. Chr. schon besiedelt. Viele Jahrhunderte später stand hier der Palast des Tyrannen Polykrates. Auch eine frühe christliche Basilika, deren Reste durch Ausgrabungen bezeugt sind, hatte hier ihren Platz. Das Kastell des Logothetis (nur von außen zu besichtigen) entstand 1824 während des griechischen Freiheitskampfes.
Abbildung: Pythagorion - Burg des Logothetis -
Die Kirche der Metamorphosis errichteten die Einwohner von Samos nach der Befreiung der Insel aus der türkischen Herrschaft. Während des Befreiungskampfes soll bei einer Belagerung der Festung durch die Türken akuter Wassermangel geherrscht haben. Plötzlich sprudelte Wasser aus dem Boden und eine neue Quelle war geboren. Diese Tatsache werteten die belagerten Griechen als ein Zeiche Gottes und erkämpften so gestärkt den Sieg über die Türken. Aus Dankbarkeit errichteten sie Jahre später diese schöne Kirche mit dem ungewöhnlichen Glockenturm. Zur Zeit wird mit finanzieller Hilfe aus Brüssel der gesamte Festungskomplex renoviert. Innerhalb der Festungsmauern befindet sich neben der Kirche auch ein heute noch genutzter Friedhof, auf dessen linker Seite sich die Ruinen frühchristlicher Kirchen befinden. Auch Überbleibsel aus der römischen Epoche finden sich hier.
Abbildung: Pythagorion - Kirche der Metamorphosis -
Weiterhin interessant ist ein Besuch des Museums der Stadt Pythagorion, das sich in der Stadthalle befindet. Einige der Ausstellungsstücke stammen aus der archaischen Epoche, wie z.B. einige Grabbeigaben aus dem 6. Jahrhundert vor Chr., Grabstelen, Grabreliefs und einige kopflose Statuen. Ferner finden Sie hier die Statuen einiger römischer Kaiser wie z.B. Augustus, Claudius und Trajan. Am Abhang des Berges Kastri finden Sie die ehemaligen Stadtmauern aus der Epoche des Polykrates.
Abbildung: Berg Kastri - Landschaften auf der Insel Samos
Teilweise noch recht gut erhalten bildet diese einst über 6000 Meter lange Befestigungsmauer mit 35 Forts und 12 Toren ein beeindruckendes Zeugnis der Geschichte dieser Insel. Als Tyrann der Insel Samos versuchte er, sein Regime zu stabilisieren. Deshalb unterhielt er weitreichende Beziehungen, u.a. auch zu Pharao Amasis, dem König von Ägypten. Während seiner Herrschaft entstanden drei bedeutende griechische Bauwerke: Die Hafenmole von Pythagoreio, der Eupalinos-Tunnel und der unvollendete Polykratestempel im Hera-Heiligtum.
Abbildung: Berg Kastri - Alte Mauern - Reste der gewaltigen Mauer aus der Zeit des Polykrates
Er gründete hier eine bedeutende Seeherrschaft und wurde aber schließlich vom persischen Satrapen (Statthalter) Oroites durch trügerische Versprechungen nach Kleinasien gelockt und dort hingerichtet. Sein Bruder Syloson unterjochte später die Insel Samos mit persischer Hilfe und beherrschte sie nach grausamer Verwüstung als persischer Satrap, bis sie 479 v. Chr. durch die Schlacht von Mykali (Mykale) selbstständig wurde. Im gleichen Jahr wurde die Insel Mitglied des 1. Attischen Seebundes.
Abbildung: Berg Kastri - Alte Mauern - Befestigung des Polykrates
Im Jahre 66 v. Chr. erobert der siegreiche Pompeius das syrische Reich und macht Damaskus zu seiner Verwaltungshauptstadt. Drei Jahre später - 63 v. Chr. - erobert Pompeius dann Jerusalem. Während dieser Zeit landet der Feldherr auch auf der Insel Samos. In römischen Chroniken wird berichtet, dass Pompeius, Sylla und andere römische Gouverneure, die auf Samos landeten, die Insel geplündert haben und die Tempel ebenso wie die Stadt selbst und ihre Bewohner ausraubten. Natürlich nicht zur Ehre und zum Ruhme Roms sondern nur für ihren eigenen Vorteil. Auch der bekannte Gouverneur Licinius Verres, der u.a. die Tempel der Athena in Athen, des Apollon in Delos, der Artemis in Pergamos (Pergamon- heute Türkei) plünderte, beraubte auch den berühmten Tempel der Hera auf Samos.
Abbildung: Berg Kastri - Römischer Friedhof
Trotz Raub und Zerstörung bauten die Römer ihre Stadt am Meer - im heutigen Pythagorion (Pythagoreio). Leider ist von all diesen Bauwerken nicht mehr viel vorhanden. Sehenswerte Reste sind das Theater, die römischen Thermen, einige größere Baureste in der Nähe des Hotels Doryssa Bay. Auch die Überreste eines alten römischen Friedhofs sind noch zu besichtigen. Sehr schön erkennbar die für die damalige Zeit typischen Schachtgräber.
Abbildung: Pythagorion - ....römische Gräber....
Bildergalerie Berg Kastri